Da Laura heute (ausnahmsweise) Uni hatte, mussten wir den Tag allein im malerischen Hartford verbringen. Gelogen. Hartford ist, das kann man jetzt nach drei Tagen ruhig äußern, nicht malerisch. Das hat uns jedoch nicht davon abgehalten, bei molligen 0° Celsius (oder sehr sinnhaften 32° Fahrenheit) und schönen Sonnenschein den Weg Richtung Downtown einzuschlagen. Hartfords Zentrum, das der „Versicherungshauptstadt der Welt“, bot ein/das State Capitol, Convention Center und natürlich Hochhäuser. Aber dann auch nicht viel mehr. Natürlich. Starbucks, Dunkin‘ Donuts und Subway waren da, aber das ist nicht vorangig das, was ein Tourist sehen möchte. Daher waren wir nach den Aufnahmen brauchbarer Fotomotive auch wieder recht fix raus, aus dem Zentrum.
Weil Laura erst um 5 pm die Lernbücher (und wahrscheinlich Facebook) zuklappen konnte, und wir kurz nach 1 pm aus Downtown flüchteten, nahmen wir uns Shoprite, einen hiesigen Supermarkt, als nächstes Ziel. Ein Ziel, was wir recht deutlich verfehlten. Irgendwie verpassten wir wohl die Kreuzung, an der wir irgendwie hätten abbiegen müssen. Nun ja, am Ende landeten wir anderthalb Stunden später in West-Hartford. Dort, wohin wir gestern mit dem Bus fuhren. Kommt davon, wenn man nur eine Karte Downtowns aus dem städtischen Touristeninformationzentrum hat.
Dankbar, nun in einer Gegend zu sein, die wir bereits kannten, machten wir uns auf die Suche nach einen geeigneten Ort für die verdiente Mahlzeit. Märsche machen schließlich hungrig! Wir hatten uns in den Kopf gesetzt, bei Subway zu dinieren. Unser Problem: wir fanden es nicht – obschon wir der festen Überzeugung waren, gestern mindestens ein Franchise davon gesehen zu haben. (Es stellte sich später beim Rückweg auch heraus, dass wir direkt an einem vorbeigekommen waren. Wir hätten nur etwa 200 Meter vom Einkaufszentrum zurück gehen müssen. Blind durch einen etwa 9 Meilen-Marschunger.)
Jedenfalls und deswegen aßen wir nicht bei Subway, stattdessen bei „Chipotle – Mexican Grill“. Es gab für beide einen Chicken Burrito. Das Bestellen lief ähnlich wie beim vorher gesuchten Subway: man sagt, was man haben möchte, muss dann aber noch zwischen „Belag“ entscheiden: Reis – ja? nein?, welche Bohnen?, Mais? Salat? Zwiebeln? usw. Am Ende entstand daraus ein (natürlich) großer und echt leckerer Burrito.
So gestärkt konnten wir vor dem Rückweg nochmal bei Whole Food, einen Supermarkt für die Besserverdienenden, reinschauen. Dort gab es unter anderem fertige Obstsalate von etwa 200g für 7$, Gurken für 2,50$ und anderen ähnlich hochpreisigen Schnickschnack zum Leben und Speisen. Da wir wenig Lust verspürten den Rückweg zu laufen, ließen wir uns eben für 1,25$ wie die Könige der Autolosen mit einem großen Gefährt chauffieren, dem öffentlichen Bus.
Im Basislager bei Laura ruhten wir uns dann noch kurz einen Moment auf dem Sofa aus, bevor wir dann mit dem Auto nochmals einkaufen fuhren. Einerseits, weil wir durch fehlende Orientierung noch nicht Einkaufen gehen konnten, und andrerseits, weil wir noch ein bisschen Zeit vor’m geplanten Cocktail-Trinken verstreichen lassen wollten.
Der restliche Abend wurde in der Bar Tisane gepflegt. Tagsüber eine Tee- und Kaffeebar und abends eben eine normale Bar mit Cocktail und Bier. Interessant war die Cocktailkarte: jeder Cocktail wird in einem Martiniglas serviert. Ob das der Grund ist oder die Folge, dass die Bar bei Schwulen (und/oder auch Studenten) äußerst beliebt ist, ließ sich nicht bestimmen. Ich entschloss, den Mädels bei der Bestellung nicht zu folgen. Bei unserem netten, und defintiv schwulen, Kellner, orderte ich kein Martiniglascocktail sondern gekonnt ein örtliches Bier, das Hooker Blond Ale. Bisschen Spaß muss ja erlaubt sein.
Die Cocktails waren gut gemixt – so gut, dass manch einer sich ausreichend Zeit für sein Getränk nahm. Das Bier war, tja, amerikanisch. Als Deutscher kann man diesbezüglich hier wohl schwer zufrieden gestellt werden. Wobei – ich hätte es eventuell auch vom Namen ableiten können. Hooker für 5$? Kann ja nicht gut gehen…
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