Einreise und die ganz wichtigen Fragen

Bevor wir uns heute über den Wolken bewegten, gab es natürlich die obligatorischen Verabschiedungen von Freund und Familie. Danach kurz Schuhe ausziehen und sich gründlich sicherheitsrelevant abtasten lassen und schon saß man im Flieger der Continental Airlines, der pünktlich um 9:45 Uhr das gelobte, alte Europa verließ und etwa 9 Stunden für den Weg benötigte.

Die Zeit konnte man versuchen mit Gesprächen, Studieren von Reiseführern, dem Boardprogramm des Flugzeuges oder Schlaf totzuschlagen. Bei den Filmen konnte man zwischen 40 verschiedenen Filmen wählen – von neu bist alt, für Kinder, Frau und Mann – war alles dabei. Ich tat mir Unstoppable, Due Date und die erste Hälfte von Megamind an. Es gab aber noch solch Meistwerke wie Er steht einfach nicht auf Dich!, Bourne Identity oder Mitten ins Herz – Ein Song für dich. Na vielleicht ja für den Rückflug?

Das erste Essen gab es bereits knapp eine Stunde nach Abflug. So um 11 Uhr. Warm. Sehr passende Uhrzeit für ein Chicken mit Pasta und grünen Bohnen, Salat, Brötchen und Kuchen. War aber recht genießbar. Dazu gab es natürlich Getränke, Bier hätte 6$ gemacht. Schade. Getränke versuchen bei einem engen Flugzeug leider den Nachteil des Kloganges. Insbesondere wenn man bei einer Dreisitzreihe nicht am Gang sitzt. So musste der am Gang sitzende, mit offenen Mund schlafende amerikanische Freund (siehe Foto) uns dann halt durchlassen…

Irgendann waren die zähen neun Stunden auch vorbei (ich vefolgte die letzte Stunde gespannt auf der virtuellen Flugroute im Boardcomputer) und wir landeten in Newark, mit der Skyline von New York in Sichtweite.

Landeanflug auf Newark - Skyline von Manhatten

Endlich am Ziel angekommen, mussten wir uns aber noch ein bisschen gedulden: Die Schlange bei der Passport-Kontrolle war sehr lang. Wäre das nicht schon nervig genug, fragte mich die Kontrolleurin dann noch sehr genau aus:

Was machen Sie hier?
Urlaub.

Wie lange?
5 Wochen.

Nur hier?
Nein. Wir fahren auch an die Westküste.

Wie?
Mit dem Flugzeug.

Wo wohnen Sie hier?
Bei einer Freundin in Hartford.

Woher kennen Sie die?
Wir gingen gemeinsam auf eine Schule – sie studiert Jura in Hartford, Connecticut.

Studieren Sie oder arbeiten Sie?
Ich arbeite.

Als was?
Als Webdesigner.

Aha, Webdesigner. Wo?
Bei Webstyle. In Berlin.

Wo?
Bei der Webstyle GmbH.

Wie heißt die Firma?
Webstyle(!)

Die Firma heißt Webstyle ?(!)
Ja.

Okay. Legen Sie Ihre Hand auf den Scanner …

Danach durfte ich endlich rein – ins Land. Lilly durfte im Übrigen ohne diese Fragen ihre Hand auf den Scanner packen. Wie gemein! Ich werde direkt im ersten Moment im Land der unbegrenzten Möglichkeiten von einer Frau diskriminiert. Oder so. Ach egal. Wir sind drin. Ab zum Zug nach New York!

(weiterer Bericht für die Zeit danach folgt. Bin jetzt nur zu müde dafür…)

Bilder:

Technik, die begeistert

Es versteht sich ja fast von selbst, dass man bei einem 5 Wochentrip bisschen was an Technik mitnimmt. Bei mir sind das:

  • MacBook
  • iPhone 4
  • iPhone 3G
  • Lumix LX5
  • externe Festplatte für die Fotos
  • Mifi
  • Kartenleser
  • iPhone Zusatzakku
  • diverse Adapter, Kabel und Taschen

ein bisschen Technik

Authorization Approved

Ich darf in die Staaten einreisen!

Für läppische 14 Dollar lässt mich Obama, respektive einer seiner Mausklicker bei Homeland Security, ins Land. Wahrscheinlich haben die durch die Kreditkarte und Swift-Abkommen, erstmal meine enormen Geldausgänge und, leider, nicht so enormen Geldeingänge gescannt. Egal! Ich darf nun ins Land, wo Fußball nicht Fußball heißt! Yeah!

ESTA: Authorization Approved

Kann man bei Obama klingeln?

Hotel für Washington ist seit heute auch fix.

Zuerst hatten wir ja ein Hostel im Auge – aber da fielen uns kleine Widersprüche bei der Ausstattung beim Vergleich diverser Hostel-Booking-Seiten auf. War uns nicht ganz koscher. Das nächste Hostel wäre dann nicht so gut gelegen und bisschen weiter weg vom Schuss – wobei ich mit „weg vom Schuss“ jetzt zum Beispiel das Weiße Hause und das Lincoln Memorial meine. Sollte ich Schuss und Weiße Haus in einem Satz nennen? Mh… Nicht dass dann ein Crawler eines US-Geheimdienstes das missversteht und ich Besuch von Männern in schicken Anzügen bekomme? Mh …

Na, jedenfalls haben wir das dann auch nicht gebucht. Lieber warten und noch einmal drüber nachdenken. War eine gute Entscheidung! Heute habe ich dann via Travelzoo ein Angebot für ein Hotel in D.C. gefunden. Preislich voll im Rahmen. Laut Wegbeschreibung auch nur etwa 15-20 Minuten vom Weißen Haus zu Fuß entfernt. Super! Kann ich ja mal bei Obama klingeln.

Nun auch New York

Es war schwer, richtige Arbeit – aber nun haben wir es geschafft, auch in New York ein passendes Hotel für uns zu finden. Okay, ob es wirklich passend sein wird, werden wir erst vor Ort festellen können. Laut Reiseportalen und ihren Socialfeatures, wie Besucherberwertungen und Kommentaren, jedenfalls eines der besseren in der Preisklasse. Und mein Gott, wir werden ja sowieso die meiste Zeit den Touri machen und mit der Kamera voran die Stadt erkunden.

Außerdem spricht auch die recht gute Lage für das Hotel:

Lage unseres Hotels

Es kann doch nicht so schwer sein, vier Räder für die Westküste zu finden!

Als erstes der Spoileralarm: Wir haben ein Auto für Kalifornien gefunden.
Einfach haben wir uns es aber nicht gemacht.

Welche Anforderungen hat man und haben wir?
Nun generell würde ich folgende Anforderungen an eine Autovermietung im Ausland stellen:

  • Vollkaskoversicherung
  • keine weiteren Kosten – mit der Reservierung/Bestellung sind alle Kosten bekannt und bezahlt

Eigentlich wenige und nicht allzu große Forderungen – in meinen Augen. Wenn ich im Urlaub bin und ein Auto miete, möchte ich mir so wenig wie möglich Gedanken machen, falls es zur Situation b a d kommt. Daher erwarte ich guten, wenn nicht besten, Schutz für den Fall „was-wäre-wenn“ …

Man kann es der deutschen Penibilität und des Regelwahns zuschreiben, dass alles und ausführlich beschrieben ist, was ist und was nicht. Ist es ungewönhlich, wenn ich dass dann genauso bei einer Vermietung erwarte? Ich möchte keine Überraschungen erleben. Deswegen haben wir bei den online angepriesenen Autovermietungen ganz genau hingeschaut – oder es zumindest versucht.

Ein Auto direkt bei einem amerikanishen Vermieter zu buchen, hätte den Nachteil, dass die Versicherung (bzw. das Versicherungspaket) meistens vor Ort bezogen werden müsste. Dadurch relativierte sich der günstige Mietpreis auch recht schnell wieder, denn die Preise für die Versicherung stand oftmals nicht da. Außerdem wären oftmals auch noch die örtlichen Steuern dazu gekommen.

Versicherung? Entscheiden Sie sich doch einfach vor Ort! Kosten? Öhm ...

Andere, auch deutsche, Anbieter hatten die von uns gern gesehene Vollkaskoversicherung – aber immer mit Selbstbeteiligung. Manche gaben aber nicht einmal eine konkrete Beteiligungssumme an, sondern den lapidaren Satz, diese Summe beim Vermiter vor Ort zu erfragen. nicht die beste Informationspolitik. Bei einem Anbiete rief ich sogar unter einer 0800-Nummer an, um Fragen zu klären. Der erste Satz, den ich zu hören bekam war:

Können Sie auch Englisch sprechen?

Hallo?! – wo sind wir denn? Ich rufe eine vermeintlich deutsche Hotline an und werde gefragt, ob ich meine Fragen auf Englisch stellen könne?

Kostenlos das Expertenteam anrufen. Deutsch können wir aber nicht!

Im kurzen Gespräch stellte sich dann raus, dass der deutschsprachige Kollege meines Telefonisten gerade nicht verfügbar war. „Aber vielleicht in 10 Minuten wieder“. Irgendwie nicht sehr vertrauenserweckend. Im Nachhinein erklärte das den günstigen Preis für die Autos. Aber das war uns nicht ganz geheuer.

Wo wir am Ende gelandet sind? Bei den gelben Engeln. Wie so oft, wenn man Probleme mit dem Auto hat.

Planungen brauchen Zeit – und sind Arbeit.

Reisen benötigen Planungen. Planungen kosten Zeit.  Heute, mithilfe des Internets, ist das nicht anders und schon gar nicht einfacher.

Früher ging man in das Reisebüro des Vertrauens, ließ sich beraten und entschied dann zwischen ein paar, an der Hand abzählbare, Möglichkeiten. Nun. Heute mit den vielen Metapreissuchmaschinen und Vergleichsportalen, wie kayak.com, expedia.de, momondo.com oder trivago.de kann man das natürlich noch immer so handhaben. Jedoch: Welcher Internetbewohner macht das denn noch so? Manche glauben der Werbung, die suggeriert, dass unser Hotelzimmernachbar das gleiche Zimmer für die Hälfte bekommen hat und es Flüge für 19 Euro gibt. Anderen gefällt die Idee, ein günstiges, durch das Internet geplantes, Wochenende in Mailand oder London zu verbringen. So wie man es von Freunden und Bekannten andauernd hört.

Es mag an einem dieser Gründe gelegen haben, wieso wir bisher ausschließlich über das Internet planten und buchten und auch unsere weitere Reise darüber steuern werden. Der wichtigste Grund ist aber, dass wir einfach nicht wissen, wann wir wo sein werden. Natürlich haben wir Eckdaten – wie An- und Abreise -, die feststehen. Mehr aber auch nicht. Daher ist Flexibilität wichtig. In dieser Hinsicht ist Reisen und Buchen via Internet einfach unersetzbar und unschlagbar.

Keine Frage: die Menge an Daten, die man in den Tiefen des Webs findet, ist erdrückend und läuft beim Vergleich zwischen Angebot a, b und c auch in Arbeit aus. Man schaut nicht nur auf den Preis sondern auch auf die Bewertungen von anderen Besuchern. Social Web galore! Und um ein wirkliches Schnäppchen zu finden, ist nicht nur Arbeit sondern auch Glück vonnöten. Glück für den richtigen Zeitpunkt.

Wir haben nach zig Suchen auf zig Seiten unsere Flüge und Hotels für Las Vegas und Los Angeles gefunden. Schnäppchen? Weiß ich nicht. Aber zumindest bei den Flügen haben wir das Gefühl, gute Angebote gebucht zu haben. Bei den Hotels war am Ende uns auch nicht mehr der Preis das wichtigste. Lieber ein bisschen mehr und dafür nicht die letzte Absteige.

Ja, sicher. Das hätte man auch im Reisebüro einfacher haben können. Womöglich auch zu ähnlichen Preisen. Aber wenn man so eine Tour macht, will man an allem direkt beteiligt sein. Dafür nehme ich auch gern in Kauf, etwas Arbeit dabei zu haben.