D’oh!

Mickey Mouse oder Homer Simpson? Die Frage stellten wir uns nicht beim Zappen durch das enorme TV-Programm sondern bei der Auswahl des Vergnügungsparks. Die Entscheidung war eindeutig: Die Simpsons! – oder auch Universal Studios. Für alle Attraktionen des Disney-Parks hätte die Zeit nicht gereicht, es war weiter weg und es gab keine Studiotour! Außerdem sind die Simpsons viel cooler als Mäuse oder Enten!

Vor dem Eingang trafen wir uns wieder mit Joanna und Jan, die uns nun in LA eingeholt hatten. Für preisgünstige 74$ bekamen wir Eintritt zur bunten Welt des TV-Machens und eines recht kleinen Parks. Als erstes ging es zur Universal Studio Tour. Dort bekam man einen Einblick beim Filmemachen – zwei Mal mussten wir mucksmäusestill sein, weil gefilmt wurde (Desperate Housewives und irgendwas anderes). Ansonsten konnte man die Requisiten und Kulissen von Filmen und Serien begutachten. Highlight des Rundgangs war die 360°-Animation von King Kong in 3D. In einem Gebäude wurde auf Leinwänden ein reales Bild von King Kong und Dinosaurieren gezeigt, die um den Tourwagen kämpften und auch angriffen. Stieß ein imaginärer Dinosaurier vermeintlich gegen unseren Wagen, wurde der durchgeschüttelt – was hysterische Frauen natürlich aufschrien ließ.

Die Tour ging etwa 50 Minuten, danach galt es den Park zu erkunden. Viel gab es leider nicht. Da war der „4D“-Film von Shrek; im Prinzip ein Kurzfilm mit neuer Geschichte in 3D und als vierte Dimension die Elemente Wasser durch Spritzanlagen, Wind durch Blasebalge sowie das Durchschütteln des Sitzes. Kurz und nicht ganz so unterhaltsam, fand ich. Obligatorisch war ja der Besuch in Springfield mit kleinem Kwik-E-Mart und dem Simpson-Ride. Was wie eine echte Achterbahn klang, entpuppte sich als virtuelle Achterbahn. War spaßig, kommt jedoch nicht an eine echte Achterbahn heran.

Wenigstens der Jurassic Park-Ride, der nächste auf unser Liste, war real. Eine Wasserbahn, wobei es nur eine Abfahrt gab. Die war zwar unterhaltsam, weil es recht steil und tief ging, davor war es aber mehr eine gemütliche Fahrt durch den Jurassic Park als ein Adrenalinschub. Booooooring! Neben der Wasserbahn fanden wir dann tatsächlich noch eine echte Achterbahn im Theme von The Mummy. Diese Bahn war gut! Ganz im finsteren Dunkeln wurde man beschleunigt und raste dann einen kurze Strecke, ohne zu wissen wie wo was war. Abrupt gestoppt, ging es dann die Strecke rückwärts zurück. Spaaaaaß! Leider war das dann schon im großen und ganzen alles im Park gewesen. Es gab noch ein paar Vorstellungen, mit trainierten Tieren oder ein Gruselhaus, aber nichts mehr was uns stark genug interessierte.

Da lässt es sich doch leben.

Wir verließen die Universal Studios und machten uns auf den direkten Weg zum Santa Monica Pier. Strand sehen! Wenn man so am Strand steht, die Sonne scheint und man kurze Zeit später auf dem warmen, weichen Sand läuft, will man am besten nie wieder weg. Was wir aber ein paar Stunden später dennoch machten. Cocktails trinken! Es gab Riesen-Margaritas, nach denen man gut und schnell bis zum nächsten Morgen schlafen konnte.

Fotos:

You’re so pretty!

Hollywood. Unser Motel ist in Hollywood. Was liegt da näher als erstes das typische Touriprogramm abzuspulen? Am Morgen also mit dem Bus zum Walk of Fame. Leider verpassten wir die Haltstelle – also ein paar hundert Meter zurücklaufen. Wir hatten ja auch überlegt, gleich zu Fuß zu den Sternen zu laufen. Aber wie uns schon vorher gesagt wurde: „In Los Angeles läuft man nicht“. Das stimmt tatsächlich. Nur weil unser Motel in Hollywood liegt, heißt das nicht, dass wir auch andere Sachen in Hollywood schnell zu Fuß erreichen können. Die Stadt ist einfach zu weitläufig.

Kurz bevor wir ausgestiegen waren, bestieg auch ein junger Mann den Bus. Er wirkte recht nervös und setzt sich letztendlich neben mich. Er zupfte immer wieder an seinem T-Shirt oder seiner Nase. Irgendwann holte er eine kleine Tüte aus seiner Hosentasche. Mh. Verdächtig. „Er wird die Tüte doch jetzt nich noch öffnen“, dachte man? Doch, doch. Er zupfte an der Tüte, bekam sie aber nicht auf. Zu nervös, zu zittrig. Mit den Zähnen ging es aber. Und, Mensch, siehe da: Dope! Scheinbar etwas beruhigt, dass es grün und nicht eine andere Farbe hat, packte er es zurück, richtete sein T-Shirt noch etwa zehn Mal bevor er ausstieg.

Das Chateau Marmont

Eventuell verpassten wir durch das gespannt Zugucken die Haltestelle, vielleicht war es auch einfach touristische Unfähigkeit. Jedenfalls waren die paar Meter gar nicht so schlimm und wir kamen am Ende des Walk of Fame an. Wir rollten ihn von hinten auf. Kurzfassung: der Walk of Fame ist nicht so der Oberbrüller. Nach etwa 30 Minuten ist man durch, viel mehr gibt es auf der Straße nicht zu sehen, außer links und rechts Shoppingmöglichkeiten. Um mehr von Los Angeles zu sehen, machten wir eine Bustour. Weil wir so pretty waren, oder vielmehr Laura, bekamen wir einen 5$-Discount. Super!

Auf der Bustour merkten wir dann richtig wie groß LA ist. Wir sahen so ziemlich jede wichtige Ecke, Rodeo Drive in Beverly Hills, Hollywood, Chinatown, Little Toyko und Downtown, und bekamen vom Band kommende Anekdoten, die einem das Gefühl gaben, nun mehr von der Stadt der Engel zu wissen. Wusstet ihr, dass man bis zu einem Jahr im Knast sitzen kann, wenn man in Beverly Hills nicht die Scheiße seines Hundes wegmacht?

Um etwa 6pm wie Tour zu Ende. Reich an Informationen, Bildern und Eindrücke über Los Angeles, Hollywood und Beverly Hills – aber ohne ein Star oder Sternchen gesehen zu haben – ging es zurück in unser Hotel.

Dort bestiegen wir unser Auto und fuhren hoch zum Observatory, wovon man einen wunderbaren Blick über LA hatte und wir den Abend auch mit einem kleinen Picknick ausklingen ließen.

Fotos:

Outlet-Shopping auf dem Weg nach LA

Am heutigen Tag passierte nicht viel. Wir machten uns am Morgen auf den Weg, um von Las Vegas nach Los Angeles zu kommen. Der ganze Weg ist vielleicht ein Fahrt von viereinhalb bis fünf Stunden. Aber mehr als Wüste kann man den ganzen Weg nichts anderes sehen, weswegen wir mehrere Stopps einlegten. Unter anderem in Primm, Nevada, wo es ein großes Fashion Outlet gab, in dem wir etwa zwei Stunden lang Geld ausgaben. Ansonsten gab es noch einen kurzen Stopp für’s Tanken und Eisessen.

Die Tour Las Vegas – Los Angeles muss man echt nur einmal fahren; Berge, Sand und Sonne. Mehr gibt’s da nicht zu sehen. In Los Angeles angekommen, checkten wir in unserem Motel ein und gingen Essen. Diesmal in einem lokalen Thai Bistro. Leckere frische Sachen. Ich persönlich habe nur den Fehler gemacht, ein spicy chicken salad w/ lime dressing zu nehmen. Die Nachfrage wegen des spicy habe ich auch nicht so recht einordnen können. Bis das Essen kam. Mein Gott! Das war scharf!

Fotos:

Hoover und der Rand der Schlucht

Ausgeschlafen ging es früh um halb neun Uhr mit dem Auto aus dem Parkhaus rauf auf die leeren Straßen Las Vegas‘. Beim Weg zum Hoover Dam fuhren wir natürlich glatt falsch. Wir nahmen die Interstate Richtung Los Angeles; einen Tag zu früh. Schuld daran war natürlich ausschließlich unser Navi (iPhone)! Es wollte einfach kein GPS-Signal bekommen. Bis mir Intelligenzbestie irgendwann einfiel, das gute Telefon aus dem Flugmodus zu holen und eine GPS-Verbindung zu ermöglichen. Tz, wieso gibt das Teil auch keinen Hinweis … ne, ne, ne! Danach ging jedenfalls alles glatt. Das Navi lotste uns zuverlässig zum Hoover Dam.

Hover Dam, die Brücke ist die Interstate

Auf dem Damm trafen wir auch wieder die Anderen, die ich einen Tag vorher verschlafen hatte. Ein paar Touri-Fotos und netten Smalltalk später, stieg jeder in seine Autos, um die beiden unterschiedlichen Ziele beim Grand Canyon anzufahren. Bevor wir uns auf der Interstate trennten, trieben wir noch eine zeitlang das kindische „wenn du mich überholst, überhole ich dich gleich wieder“-Spiel. Was wir natürlich gewannen. Ich ließ sie 50 Meilen lang und mit etwa 300 Meter Abstand im Glauben, sie hätten uns abgehängt, um sie auf den letzten gemeinsamen Metern mit deutlich überhöhter Geschwindigkeit zu überholen und dann sofort die Abfahrt zu nehmen. Sie sahen nur noch den runden Hintern unseres Corollas!

Unser weiterer Weg führte uns zum Grand Canyon West, dem Reservat des Hualapai-Stammes. Der Weg dahin führte uns durch die Einöde Arizonas mit Bergen, Kakteen und am Straßenrand freilebenden und -liegenden Kühen. Die Verbindung zum Reservat des Indianerstammes und der Straßen des Staates Arizonas war eine abendteuerliche rough road. Schottrige Schlangenlinienstraßen, zwischen Bergen, bei der das ABS gut zu tun bekam, wenn man Kurven etwas zu schnell nahm und die Reifen Probleme mit dem Boden hatten.

Das Reservat der Hualapai-Indianer ist am South Rim des Grand Canyon gelegen und bietet als große Touristenattraktion den Skywalk. Der Skywalk ist ein gläsernder Rundgang, der freischwebend an der Schlucht über dem Colorado River gebaut wurde. Vor Ort mussten wir aber feststellend, dass die Ureinwohner sich das golden bezahlen lassen wollen. Wir wussten, dass der Skywalk 30$ machen sollte. Aber damit wir dahin kommen, sollten wir noch mal 43$ für das Recht zum Betreten des Reservat lösen. Auf dem Skywalk durfte man keine Kameras und Handys mitnehmen, was das ganze Spektakel dann doch etwas unattaktiver machte. Uns war es schlussendlich zu teuer. Wir wollten aber auch nicht umsonst den langen Weg gefahren sein. Daher gaben wir den Rothäuten ihre 43$, um zumindest das Reservat betreten und an die Schlucht des Canyon gehen zu können. Eine gute und richtige Entscheidung.

War der erste Aussichtspunkt, der Eagle Point, zwar spektaluär aber nicht sonderlich groß, war der zweite von den Indianern eingerichtete Punkt, der Guano Point, super. Man hatte von den Felsen eine großartige Übersicht über die Schlucht und den Grand Canyon. Das Gesteinswerk ist wirklich atemberaubend und auf Fotos nur schwer festzuhalten. Ungewöhnlich und auch gefährlich war das Fehlen eines Sicherheitszaun. Jeder konnte so weit an den Rand des Canyon wie er sich traute. Was unter Umständen natürlich auch mehr als in die Hose gehen kann. Der Skywalk ist, ohne dass wir jetzt drauf waren, nur halb so groß wie man sich vielleicht denkt. Es wird sicher eine krasse Erfahrung sein, wenn man hunderte Meter direkt unter seinen Füßen runterschauen kann. Wir bedauerten unsere Entscheidung dennoch nicht. Der Canyon war so schon unglaublich genug.

Als wir in Las Vegas zurückkamen, war es bereits dunkel und die Casinostadt glitzerte wieder in allen Farben. Wir fuhren direkt nach dem Parken auf unseren Turm, dem Stratosphere Tower, und bestaunten die 280 Meter hohe Aussicht auf Las Vegas bei Nacht. Den restlichen Abend verbrachten wir wieder auf dem Strip, besuchten die großen Casinos bis unsere Beine schmerzten, am letzten Abend in Vegas.

Fotos:

The Show: Las Vegas!

Der Tag (Samstag, 5.3.) und damit unser Trip an die Westküste begann früh um 3 Uhr früh. Um diese Zeit kam das Taxi in Hartford, was uns zum Busstation für den Bus nach New York brachte. Weil ich Morgenmuffel nur schwerlich aus dem Bett komme, hatte ich gar nicht erst versucht, vor der Busfahrt zu schlafen. Ich blieb einfach bis dahin wach und nahm mir vor im Bus den Schlaf nachzuholen. Leider war der Bus zur unser Verwunderung gut besetzt – was bedeutete, das keiner von uns eine Sitzreihe für sich allein bekam. Das wiederum bedeutete für mich, dass ich die Mütze voll Schlaf vergessen konnte. Ich kann generell schwerlich in bewegenden Transportmitteln schlafen und dann noch in einem engen Sitz ohne ausreichenden Platz? Keine Chance!

In New York kamen wir pünktlich um kurz nach sechs Uhr an. Weiter ging es mit der Metro zum JFK. Nachdem wir barfuß und metalllos erfolgreich die Securtiy passiert hatten – nackt gescannt wurden wir nicht – ging es weiter zu unserem Flugzeug der Linie Virgin America. Der Flug ging über Las Vegas weiter nach San Francisco. Beides Städte, die wir sehen wollen. Die Fluglinie ist Air Berlin ähnlich, auf günstig getrimmt, eng an eng. Wenigstens Bordunterhaltung und paar Getränke gab es für jedermann. Essen wurde uns auf dem 6-Stunden-Flug nicht serviert. Halb so wild. Ich hatte sowieso versucht, auf dem Flug zu schlafen. Bei den engen Sitzen und in der Mitte der 3er-Reihe wie im Bus eine Herausforderung. Sie gelang mir aber zumindest soweit, dass ich immer wieder einnicken konnte, bevor ich durch Luftlöcher und/oder der ungemütlichen Position wieder wachgerüttelt wurde.

Unser Captain war ein schneller seiner Zunft. Wir kamen etwa eine halbe Stunde früher an. Um 12 Uhr Pacific Time, 15 Uhr New Yorker Zeit. Oder auch 21 Uhr für Berliner. Der Flughafen Las Vegas grüßte schon mit Spielautomaten. Da weiß man direkt, wo man ist. (Abgesehen davon war der Flughafen hässlich. Aber das wurde mir bereits vor’m Urlaub verraten.) Um unser Mietauto abzuholen, bedurfte es den Shuttle Service zum Rental Car Center, das schon recht weit außerhalb vom Flughafen lag. Bei Hertz bekamen wir unseren schnieken weißen Toyota Corolla. Mit dem ging es Richtung Hotel, dem Stratosphere.

Der Weg dorthin führte uns den ganzen Las Vegas Boulevard hoch, an dem die großen und bekannten Casinos, wie das Bellagio, The Mirage, Caesars Palace, Venetian oder Paris, liegen. Es war zwar taghell, dennoch waren wir ein wenig beeindruckt. Unterstützt wurde das sicherlich auch durch das Wetter. Herrliche Temperaturen um 20°C, die T-Shirts im März erlauben. Wunderbar, so wünscht man sich den Urlaub!

Der Turm unseres Hotels

Um alle Casinos noch einmal von der Nähe betrachten zu können, wollten wir im Stratosphere schnell einchecken und dann gleich wieder auf den Strip. Ging leider nicht. Scheinbar war der Name bei der Reservierung im System nicht korrekt hinterlegt. Die Frau beim Einchecken konnte ihn nicht finden, weshalb sie mehrmals mit der Reservierungsabteilung telefonieren musste, nachdem wir ihr sogar einen Kontoauszug vorlegten. Irgendwann wurden wir gefunden. Als die liebe Susan uns für das Zimmer registrieren wollte, ging es schon wieder nicht. Ein erneuter Anruf in der Reservierungsabteilung konnte das dann aber zu aller Zufriedenheit lösen. Was passiert war? Nun. Susan hatte den Spezialisten ihren Fehler erklärt, was falsch sei. Die haben dies prompt behoben. Unsere liebe Frau am Schalter hatte uns aber nach dem ersten klärenden Anruf mit dem fehlerhaften Namen probiert und uns natürlich nicht mehr gefunden. Egal, kann jedem passieren. Sicher auch in Deutschland.

Schnell mit dem Fahrstuhl hoch in den neunten Stock, Sachen abladen und wieder runter. Casinos bestaunen. Da unser Hotel am nördlichsten von den Großen liegt, war es schon ein Stück zu laufen. Die Gebäude machten am Tag bereits einen wunderbaren Anblick. Bei Abend bzw. Nacht ist das alles natürlich noch um einiges spektakulärer. Überall blinkt es, überall passiert was. Die Wasserfontänen vom Bellagio sind eine große Show und der Vulkanausbruch des Mirage eine echte Flammenshow. Die Bauten sind wirklich fantasievoll. Die haben da einfach in die Wüste Nachbauten von New York, Paris, Venedig, Ägypten oder Rom gebaut. Überall findet man Fotomotive. Von Außen sind die meisten Gebäude für das Auge und die Erinnerung eine einmalige Sache. Die großen Casinos und ihrer Innenarchitektur bieten für viele Fotos Motive. Einzig negativ könnte man eventuell die immer gleich aussehenden Spielräume, oder besser Hallen, nennen. Überall die gleichen Automaten und Tische. Mir ist bewusst, dass alle Casinos alles anbieten wollen. Aber das ist alles recht monoton zusammengestellt. Automat an Automat, meist auf hübschhässlichen Teppichen. Nur die großen und teuren Casinos gaben sich da die Mühe und versuchen alles besser in Szene zu setzen. Was aber gleich wieder vom Publikum zerstört wird. Wenn im edlen Bellagio etwas kräftigere Menschen in recht kurzen Klamotten, in Jerseys oder weiten T-Shirts, mit Drinks in der Hand maschieren und zocken, trifft das nicht gerade die Vorstellung eines noblen Casinos. Des Weiteren gab es überall verwaiste Baustellen. Opfer der Immobilienkrise. Sogar fortgeschrittene Neubauten stehen unfertig am Strip.

Das Bellagio und Caesars Palace im Sonnenlicht

Gegessen wurde nach dem langen Gang im Hard Rock. Leckere Burger. Unser Kellner war nur etwas penetrant: er versuchte ständig, uns in Gespräche zu verwickeln. Mit der typischen Gute-Laune-Gehahbe eines Amerikaners. Wir waren erschöpft und wollten nur in Ruhe essen! Interessierte ihn nicht wirklich. Er erzählte und erzählte. Zum Beispiel wie er auch mal in Germany war (nachdem wir ihm gebeichtet hatten, woher wir kommen). Er war sogar in Berlin! Aber nur aus Versehen! Er fuhr aus Frankfurt (Main!) irgendwie falsch raus und landete in Berlin! Wie dumm kann man denn sein?! Autofahren ist neuerdings rocket science?!

Nach dem Essen machten wir ein Verdauungsspaziergang zurück zu unserem Hotel. Da wollten wir uns kurz ausruhen, um uns später mit Anderen, die auch zufällig in Las Vegas sind, zu treffen. Ich schaffte das aber nicht. Ich war viel zu fertig. Die wenigen Stunden Schlaf der letzten beiden Tage wollten jetzt nicht mehr reichen. Ich verschlief das Treffen. Aber alles halb so wild, ich sah die beiden dann am nächsten Tag am Hoover Dam.

Dazu später mehr die nächsten Tage…

Fotos:

Für 6$ nach New York

Heute ging es nach New York, weil Hartford nichts mehr bot. Wir zahlten für Hin- und Rückfahrt läppische 6 Dollar, also im Prinzip nichts. Haken an der Sache: wir mussten um 6:30 Uhr den Bus bekommen und dementsprechend früh aufstehen. Zu früh, aber auch selbst Schuld, war man doch erst drei Stunden vorher im Bett.

In New York wurde wenig Sightseeing dafür mehr Shopping gemacht. Wobei Shopping bei mir bedeutete, dass ich nichts kaufte sondern nur guckte. Einerseits weil es ja noch an die Westküste geht und ich mir da bessere Möglichkeiten und Sachen erhoffe – ganz besonders bei den von mir gesuchten Schuhen, die in Manhatten nur unzureichend, geringer Vielfalt, geführt wurden. Andrerseits blieb heute mein Geldbeutel noch zu, weil wir am Ende der fünf Wochen sowieso noch in New York sein werden und ich mir dann alles kaufen kann, was ich möchte. Ohne diese Sachen dann unnötig hin und her zu schleppen.

Im sonnigen, aber durch den Wind frischen, Manhatten liefen wir den Broadway herunter bis zur NYU, vorbei am Flatiron Building und mit Mittag auf einer Parkbank im Union Square Park. Bis zur Rückfahrt kurz vor 17 Uhr waren wir in unzähligen Geschäften, um unseren Ende März wahrscheinlich folgenden Kaufwahn ein wenig vorzubereiten. Danach ging es wieder mit dem Bus zurück nach Hartford. Die Fahrt zog sich durch „Stop and Go“ in New York und späterem Stau auf der Interstate aber sehr in länge und verspätete sich. So kamen wir auch zu spät zum gemütlichen Sit-in von Lauras Kommilitonen.

Die kunterbunte Runde bestand aus einem Holländern, zwei Engländern, einem Tadschiken, einer Chinesin und mit uns anfangs fünf Deutschen.Man quatschte, machte mit einem billigen Vodka das Spiel Bierkönig mit geänderten Regeln und lachte. Das ging so bis etwa ein Uhr bis der Tadschike durch zu hohem Vodkagenuss vermehrt das Klo aufsuchen musste und dann schlussendlich auch mit seinem Mitbewohner nach Hause torkelte.

Morgen heißt es Wäschewaschen und Sachen für die Westküste packen. Es kann sein, dass der nächste Eintrag erst Sonntag oder Montag folgt. Je nachdem, ne?

Fotos:

Da fliegt mir ja der Schnodder weg!

War Montag noch schlechtes Wetter, das uns den Trip nach New Haven und Yale vermasselte, strahlte mich die Sonne im wolkenlosen Himmel um 10 Uhr beim Aufstehen an. Als letzter, ich Morgenmuffel. Daher kurz hübsch gemacht, gefrühstückt und los ging’s!

Von Hartford fuhren auf einen Highway und auch bald schon wieder herunter. Denn die Heimat lockte – auch wenn nur mit dem Namen. Berlin! Eines von wohl 22 Berlins in den USA (Quelle: Wikipedia). Das Berlin, was wir besuchten war, ja na ja, ein anderes Berlin. Trostlos. Schon klar, unser Berlin ist auch an manchen Stellen trostlos. Aber das war nur trostlos. Nichts los dort. Es gab am Wegesrand ein totes Stinktier. Im Prinzip stank das Berlin doppelt. Tot und nach Stinktier. Deswegen haben wir auch nur das obligatorische Foto am Ortsschild gemacht. Ich frage mich bei solchen Sachen ja auch immer, was die Vorbeifahrenden sich so denken. Für Touristen können die uns nicht gehalten haben. Touristen sieht dieses Berlin sicher nie. Arm und hässlich, wenn man so will.

Die drei aus Berlin

Da uns nichts weiter hielt, ging die Fahrt weiter Richtung New Haven. Die Stadt ist, wenn überhaupt, für die meisten wegen der weltbekannten Universität Yale ein Begriff. Natürlich war auch die Uni für uns der eigentliche Grund eine weitere, im Prinzip, x-beliebige Retortenstadt zu besuchen. Die Gebäude von Yale stehen im krassen Kontrast zu den restlichen Fassaden. Die von Yale sehen aus, als ob sie von in Europa und im Mittelalter erbauten und dann rübergeholten Bauten stammen würden. Unser Weg über den Campus war kreuz und quer, wegen der eigentlichen Suche nach dem Uni-Shop für Mitbringsel. Als gute Besucher machten wir natürlich auch noch an jeder Ecke Fotos, so dass niemand ernsthaft annehmen konnte, wir würden dort studieren. Irgendwann fanden wir auch den Shop und kauften schließlich die erforderlichen, elitären Sachen.

Neben Yale gab es nicht viel mehr Interessantes in New Haven, aber die Nähe zum Meer lockte. Der Atlantik war etwa 30 Minuten entfernt und heute sehr rau. Als wir an einer Badestelle, mit Picknickstellen und Leuchtturm, ausstiegen, pfiff uns der Wind um die Ohren. Die Möwen, die wohl zur großen, nordamerikanische Gattung gehörten, hatten auch teilweise Schwierigkeiten bei dem Wind vorwärts und sicher ins Wasser zu gelangen. Im Sommer ist der Ort sicher sehr schön, heute nicht so sehr. Zu kalt, zu windig. Die Nase lief und der Schnodder flog. Unser vorher in New Haven gekauften Subway-Sandwiches konnten wir bei solch einem Wetter nicht an einem der Picknick-Tische essen. Deswegen fuhren wir dichter ans Wasser und genossen windstill das Meer und unsere Sandwiches im Auto.

Später ging es dann fix zurück über den Highway, da wir püntklich zum Abendentertainment kommen wollten: Wale gegen Falken.

Amerikaner haben höchstwahrscheinlich den Typus Maskottchen erfunden. Um die Suche nach einem passenden Viech zu vereinfachen, nennen die Amerikaner vielerorts die Teams von Sportmannschaften der Einfachheit halber gleich danach. In Hartford spielen die Connecticut Whales, in einer der großen Sportarten hier in den USA: Eishockey. Wieso gerade Wale unbedingt (gut) Eishockey spielen sollen können, ist mir genauso schleierhaft, wie bei den heutigen Gegnern, den Springfield Falcons aus Massachusetts. Vielleicht darf man da einfach nicht versuchen, das erklären zu wollen. Einfach hinnehmen als das, wofür es gedacht ist: Entertainment.

Das bot der Abend ganz sicher. Die Halle war nahezu ausverkauft. Um es bildlich zu machen: die Halle war in etwa so ausverkauft wie das Olympiastadion in der letzten (1. Bundesliga-)Saison Herthas. Das Spiel der zweiten Eishockeyliga Nordamerikas (=Ausbildungsliga für die NHL) bot als erstes die amerikanische Nationalhymne. Alle erhoben sich, richteten ihren Blick auf die große amerikanische Flagge und legten ihre Hand aufs Herz. Welch ein Spektakel! Die singende Frau machte es besser als Christina Aguilera und unsere geliebte Sarah Conner. Sie konnte den Text. Ich war leider nicht so mutig, bei der Hymne sitzen zu bleiben. Ein bisschen Angst vor dem durchschnittlichen, amerikanischen Eishockeyfan hatte ich dann doch.

In Deutschland ist Eishockey ja mehr eine Nischensportart. Zumindest ist es nicht so populär, dass man die Regeln groß kennen würde. Man weiß, dass es Drittel gibt, der Puck ins Tor muss und sich die Spieler prügeln können, wenn sie dafür eine Zeitstrafe in Kauf nehmen. Aber wann man denn nun hinters Tor gehen darf oder wann nicht, wann es „Schiripuck“ gibt oder wann Zeitstrafen für normale Fouls, erschloss sich auch nach dem Spiel nicht so recht.

Im folgenden einen kurzen, laienhaften und subjektiven Spielbericht:
Das erste Drittel war eher langweilig. Man bestaunte zwar die schnellen Bewegungen, Pass- und Annahmespiel der Spieler, aber davon abgesehen gab es nur Checks gegen die Bande, eine Prügelei zwischen zwei Spielern sowie eine Verletzung eines Wals und des daraus resultierenden Abtransport mit Krankenwagen, die etwas Entertainment boten. Da passierte auf den Tribünen mehr. Das Publikum wurde während des Spiels immer wieder durch Stadionmitarbeitern in vielen Formen animiert. Fragen zu Spielern wurden gestellt. Bei richtiger Antwort bekam man ein Saisonticket. Oder der beste Tanz auf der Tribüne erhielt freie Donuts. In den Drittelnpausen fanden auf der Eisfläche dann auch Spiele mit den Zuschauern statt, selbstverständlich mit Gewinn am Ende.

Prügelnde Eishockeyspieler

Das Eishockeyspiel näherte sich dann im zweiten Drittel beim Unterhaltungswert auch dem Zuschauerprogramm an. Das Spiel bot mehr Torszenen und schnelle Konter. Die Gastmannschaft konnte im Power Play, also mit einem Mann mehr durch eine Zeitstrafe für die Heimmannschaft, das erste Tor markieren. Das wurde natürlich mit Buhrufen zur Kenntnis genommen. Im letzten Drittel waren die Wale spielbestimend und erzielten den Ausgleichs- und später den Führungstreffer. Um noch den Ausgleich zu erzwingen, tauschten die Falken ihren Torwart gegen einen Feldspieler anderthalb Minuten vor Spielende aus. Unglücklicherweise hatten die bissigen Wale wieder so hart gefoult, dass es zur einer Zeitstrafe für einen Spieler kam und die Gäste nun mit zwei Feldspielern mehr stürmen konnten. Eine halbe Minute vor Schluss fand der Puck dann auch den Weg ins Tor zum Augleich. Dramatisch! Die Fans, angestachelt, wurden nochmal laut und peitschten ihre Mannschaft nach vorne. Die Falken, jetzt wieder mit Torwart, nur noch in der Defensive. Ein einfacher Befreiungsschlag geriet durch den Abpraller an der Bande sieben Sekunden vor Abpfiff zur direkten Vorlage für einen Wal. Der Vollprofi, wie er nunmal ist, ließ einen Gegner aussteigen und netzte ein. 3:2! Sieben Sekunden vor Ende! Die Halle tobt! Mitgerissen durch die letzten 10 Minuten applaudiert man selbst, bedankt sich für das Entertainment und fühlt sich damit ein bisschen amerikanisch.

Fotos: