Für 6$ nach New York

Heute ging es nach New York, weil Hartford nichts mehr bot. Wir zahlten für Hin- und Rückfahrt läppische 6 Dollar, also im Prinzip nichts. Haken an der Sache: wir mussten um 6:30 Uhr den Bus bekommen und dementsprechend früh aufstehen. Zu früh, aber auch selbst Schuld, war man doch erst drei Stunden vorher im Bett.

In New York wurde wenig Sightseeing dafür mehr Shopping gemacht. Wobei Shopping bei mir bedeutete, dass ich nichts kaufte sondern nur guckte. Einerseits weil es ja noch an die Westküste geht und ich mir da bessere Möglichkeiten und Sachen erhoffe – ganz besonders bei den von mir gesuchten Schuhen, die in Manhatten nur unzureichend, geringer Vielfalt, geführt wurden. Andrerseits blieb heute mein Geldbeutel noch zu, weil wir am Ende der fünf Wochen sowieso noch in New York sein werden und ich mir dann alles kaufen kann, was ich möchte. Ohne diese Sachen dann unnötig hin und her zu schleppen.

Im sonnigen, aber durch den Wind frischen, Manhatten liefen wir den Broadway herunter bis zur NYU, vorbei am Flatiron Building und mit Mittag auf einer Parkbank im Union Square Park. Bis zur Rückfahrt kurz vor 17 Uhr waren wir in unzähligen Geschäften, um unseren Ende März wahrscheinlich folgenden Kaufwahn ein wenig vorzubereiten. Danach ging es wieder mit dem Bus zurück nach Hartford. Die Fahrt zog sich durch „Stop and Go“ in New York und späterem Stau auf der Interstate aber sehr in länge und verspätete sich. So kamen wir auch zu spät zum gemütlichen Sit-in von Lauras Kommilitonen.

Die kunterbunte Runde bestand aus einem Holländern, zwei Engländern, einem Tadschiken, einer Chinesin und mit uns anfangs fünf Deutschen.Man quatschte, machte mit einem billigen Vodka das Spiel Bierkönig mit geänderten Regeln und lachte. Das ging so bis etwa ein Uhr bis der Tadschike durch zu hohem Vodkagenuss vermehrt das Klo aufsuchen musste und dann schlussendlich auch mit seinem Mitbewohner nach Hause torkelte.

Morgen heißt es Wäschewaschen und Sachen für die Westküste packen. Es kann sein, dass der nächste Eintrag erst Sonntag oder Montag folgt. Je nachdem, ne?

Fotos:

Hartfordmarsch

Da Laura heute (ausnahmsweise) Uni hatte, mussten wir den Tag allein im malerischen Hartford verbringen. Gelogen. Hartford ist, das kann man jetzt nach drei Tagen ruhig äußern, nicht malerisch. Das hat uns jedoch nicht davon abgehalten, bei molligen 0° Celsius (oder sehr sinnhaften 32° Fahrenheit) und schönen Sonnenschein den Weg Richtung Downtown einzuschlagen. Hartfords Zentrum, das der „Versicherungshauptstadt der Welt“, bot ein/das State Capitol, Convention Center und natürlich Hochhäuser. Aber dann auch nicht viel mehr. Natürlich. Starbucks, Dunkin‘ Donuts und Subway waren da, aber das ist nicht vorangig das, was ein Tourist sehen möchte. Daher waren wir nach den Aufnahmen brauchbarer Fotomotive auch wieder recht fix raus, aus dem Zentrum.

Die Skyline von Downtown, Hartford

Weil Laura erst um 5 pm die Lernbücher (und wahrscheinlich Facebook) zuklappen konnte, und wir kurz nach 1 pm aus Downtown flüchteten, nahmen wir uns Shoprite, einen hiesigen Supermarkt, als nächstes Ziel. Ein Ziel, was wir recht deutlich verfehlten. Irgendwie verpassten wir wohl die Kreuzung, an der wir irgendwie hätten abbiegen müssen. Nun ja, am Ende landeten wir anderthalb Stunden später in West-Hartford. Dort, wohin wir gestern mit dem Bus fuhren. Kommt davon, wenn man nur eine Karte Downtowns aus dem städtischen Touristeninformationzentrum hat.

Dankbar, nun in einer Gegend zu sein, die wir bereits kannten, machten wir uns auf die Suche nach einen geeigneten Ort für die verdiente Mahlzeit. Märsche machen schließlich hungrig! Wir hatten uns in den Kopf gesetzt, bei Subway zu dinieren. Unser Problem: wir fanden es nicht – obschon wir der festen Überzeugung waren, gestern mindestens ein Franchise davon gesehen zu haben. (Es stellte sich später beim Rückweg auch heraus, dass wir direkt an einem vorbeigekommen waren. Wir hätten nur etwa 200 Meter vom Einkaufszentrum zurück gehen müssen. Blind durch einen etwa 9 Meilen-Marschunger.)

Jedenfalls und deswegen aßen wir nicht bei Subway, stattdessen bei „Chipotle – Mexican Grill“. Es gab für beide einen Chicken Burrito. Das Bestellen lief ähnlich wie beim vorher gesuchten Subway: man sagt, was man haben möchte, muss dann aber noch zwischen „Belag“ entscheiden: Reis – ja? nein?, welche Bohnen?, Mais? Salat? Zwiebeln? usw. Am Ende entstand daraus ein (natürlich) großer und echt leckerer Burrito.

So gestärkt konnten wir vor dem Rückweg nochmal bei Whole Food, einen Supermarkt für die Besserverdienenden, reinschauen. Dort gab es unter anderem fertige Obstsalate von etwa 200g für 7$, Gurken für 2,50$ und anderen ähnlich hochpreisigen Schnickschnack zum Leben und Speisen. Da wir wenig Lust verspürten den Rückweg zu laufen, ließen wir uns eben für 1,25$ wie die Könige der Autolosen mit einem großen Gefährt chauffieren, dem öffentlichen Bus.

Im Basislager bei Laura ruhten wir uns dann noch kurz einen Moment auf dem Sofa aus, bevor wir dann mit dem Auto nochmals einkaufen fuhren. Einerseits, weil wir durch fehlende Orientierung noch nicht Einkaufen gehen konnten, und andrerseits, weil wir noch ein bisschen Zeit vor’m geplanten Cocktail-Trinken verstreichen lassen wollten.

Der restliche Abend wurde in der Bar Tisane gepflegt. Tagsüber eine Tee- und Kaffeebar und abends eben eine normale Bar mit Cocktail und Bier. Interessant war die Cocktailkarte: jeder Cocktail wird in einem Martiniglas serviert. Ob das der Grund ist oder die Folge, dass die Bar bei Schwulen (und/oder auch Studenten) äußerst beliebt ist, ließ sich nicht bestimmen. Ich entschloss, den Mädels bei der Bestellung nicht zu folgen. Bei unserem netten, und defintiv schwulen, Kellner, orderte ich kein Martiniglascocktail sondern gekonnt ein örtliches Bier, das Hooker Blond Ale. Bisschen Spaß muss ja erlaubt sein.

Die Cocktails waren gut gemixt – so gut, dass manch einer sich ausreichend Zeit für sein Getränk nahm. Das Bier war, tja, amerikanisch. Als Deutscher kann man diesbezüglich hier wohl schwer zufrieden gestellt werden. Wobei – ich hätte es eventuell auch vom Namen ableiten können. Hooker für 5$? Kann ja nicht gut gehen…

Fotos:

And the Oscar goes to …

… definitv nicht an das Getränk Root Beer. Welch ekelhaftes Gesöff. Okay, ekelhaft stimmt nicht ganz. Aber es schmeckt wie die Kinderzahnpasta mit dem Krokodil. Definitiv nicht lecker für ein Getränk. Die Amerikaner haben schon einen seltsamen Geschmack.

Für den Oscar-Abend hatten wir nicht nur Root Beer, sondern auch einen Smoothie (Strawberry/Banana) in Pink, Snapple und Arizona Watermelon (Eistee), sowie Süßes wie Reese’s Big Cup (Erdnussbutter von Schokolade umhüllt), Sour Patch, Ice Breakers Sours und Doritos Nacho Ranch mit Käsedip zum Probieren besorgt. Später kam noch eine typische Pizza von Dominos dazu.

Die Ergebnisse:

  • Smoothie in Pink ist zwar pink, aber dennoch genießbar (sofern man von Genuss sprechen kann)
  • Snapple kann man trinken
  • Arizona Watermelon ließ im Großen und Ganzen den Wassermelonengeschmack vermissen. Da müssen die nochmal ran, bei den Geschmacksstoffen und -verstäkern. Und wenn man schon dabei ist: noch mehr Farbstoffe!
  • Reese’s Big Cup war unfassbar süß. Und ich meine wirklich unfassbar süß. Mehr als ein halber Cup ging nicht.
  • Doritos Nacho Ranch mit Käsedip war okay. Nachos halt – schmecken hier wie drüben genauso.

(Sour-Dinger wurden nicht probiert)

Die Pizza, Ham und Pepperoni, von Dominos für 6$ war echt gut und groß. Na, bei Fast-Food kennen sich die ja auch aus. Die Hälfte ist noch da – Frühstück für morgen.

Pizza von Domino's

Kurze Gedanken zu den Oscars – nicht, dass jemandem der Bezug  zur Überschrift fehlt:

  • Oscar-Verleihungen sind generell langweilig
  • die Hoster waren noch langweiliger
  • Man fragt sich viel. Wenn man sich nicht gerade fragt, wer der in die Kamera sprechende Mensch gerade ist, ist es entweder die Kategorie („was für eine Kategorie ist das jetzt?“), die Entscheidung („Wieso der?“), die Kleidung („Wieso trägt die das“?) oder auch alles zusammen.
  • Alle (gefühlten) 10 Minuten Werbung für Coca-Cola (sponsert Studenten und ist auch für taube Menschen super!), JCPenney oder ein gaaaaaaanz sparsames Auto.

Müsste ich einen Gewinner für unseren Oscar finden, würde ich die Zahnbürste und -pasta wählen. Denn das sind die eigentlichen Gewinner an solch einem Abend.

Fotos:


An all-american day

Der Tag begann mit einem kurzen Spaziergang durch das verschneite Hartford, der uns zu Mo’s führte – für ein ausgiebiges Frühstück. Wir mussten feststellen, dass Amerikaner scheinbar nicht sehr viel von Wegen zu Fuß halten. Abgesehen davon, dass wir auf dem Weg nur eine weitere Fußgängerin trafen, waren viele Wege unzureichend freigelegt (siehe Bilder). Bevor wir aber das Kulinarische bei Mo’s, einem typischen, der Vorstellung entsprechenden, amerikanischen Diner genießen durften, hieß es: Warten. Denn: Sonntag + kleines Diner = voll. Nach fast einer halben Stunde durften wir uns dann an einen Tisch setzen.

Die Speisekarte bot Pancakes, Eggs und Omlettes. Man entschied sich für Baby Mo’s (Spiegelei / Laura), Wild Western (Omlett / Lilly) und Spanish Omlett (Fabian). Dazu Kaffee, natürlich. Auch für mich. Was ja fast schon eine Offenbarung ist. Das war der Kaffee dann aber nicht für mich. Schmeckt auch in den Staaten nicht. Das Omlett war dafür lecker und eine typische amerikanische Portion, also reichhaltig, reichhaltig und reichhaltig. Ich hatte beim Bestellen noch überlegt, einen Pancake zu nehmen. Gut, dass ich es nicht tat. Nach der Portion war ich proppenvoll. Ein kleines Stück vom Blueberry-Pancake, den Laura bestellte, probierte ich dann zwar noch, dann ging jedoch nichts mehr.

Danach ging es zurück in die Wohnung, ein praktischer 10-Minuten Verdauungsspaziergang. Dort angekommen, wurde kurz Sicherheitspipi gemacht und dann weiter zur Shopping Mall. Sind schon andere Zustände als in Deutschland. Bisschen größer, wie so oft hier. In den vier Stunden wurde hauptsächlich Klamotten geshoppt. Das meiste Geld wurde bei American Eagle, Bath and Bodyworks, H&M und Forever 21 ausgegeben. Nicht von mir. Ich kaufte mir nur die fehlende und vergessene Sonnenbrille, die für 15$ ausgepreist war, an der Kasse aber nur 7$ machte. Amerika kann wohl nicht rechnen. Oder richtig auspreisen. Okay, kann ich in beiden Fällen mit leben.

Womit ich noch nicht so recht klarkomme, ist der Service-Gedanke bei den Amerikanern. Man kommt in ein Geschäft und wird direkt von den Angestellten angesprochen, manchmal ja direkt verfolgt. Die wohl obligatorische Frage, wie es einem geht, sollte man möglichst nach seiner Antwort direkt mit der gleichen Gegenfrage begegnen. Sonst ist man ja unhöflich. Wobei ich mit einem Ignorieren eventuell den Ruf des unhöflichen Berliners gerecht werden würde. Die zweite Frage, ob man mir helfen könne, verneine ich immer. Mein Gedanke ist jedesmal: „Lasst mich in Ruhe! Wenn ich etwas von euch will oder ich wissen will, wie es euch geht, komme ich zu euch!“. Mag daran liegen, dass ich aus der Servicewüste Deutschland komme?

Später fuhren wir noch zu Walmart, um nochmal das Große zu erleben. Traf nicht so wirklich meine Erwartungen. Angebot war jetzt für die Riesenhalle recht überschaubar. In meinen Augen das Hightlight im Walmart: ein ganzer Gang an Schokoartikeln für das ja baldige Ostern – ganz besonders großartig war das Kreuz aus Schokolade. (Welches Kind möchte denn nicht lieber das Kreuz von Jesus als ein niedlichen Osterhasen?!) Sachen für Ostern haben wir nicht gekauft. Aber anderen Junk für die heutige Oscar-Verleihung. Zuckerflash wird’s damit sicher auch geben.

Fotos: