Folge immer der roten Linie

Nun da war Boston bei Tag mit Sonne und Straßen, in dem ein eisiger Wind fegte. Auf dem Weg ins Stadtzentrum, stellten wir fest, dass die Strassenblocks klein waren. Nach kurzer Zeit waren wir in den Parks nahe des Zentrums und hatten bereits einen großen Teil der Karte erlaufen. Was uns doch sehr verwunderte. Ich muss gestehen, dass ich mich nicht sonderlich groß mit der Stadt beschäftigt hatte. Man kannte den Namen, die Teeparty, eventuell das vermeintliche Straßenbild aus Ally McBeal oder Boston Legal und wusste das sie Heimat der Red Sox, New England Patriots und Celtics ist. Vorraussetzungen für eine Großstadt würde man meinen.

Berlin ist fast dreieinhalb Mal so groß wie Boston und hat fast sechs Mal so viele Einwohnrer! Kurz: Boston ist klein. Vom Verhältnis sicher noch eine Großstadt, aber keine die den Erwartungen entsprach. Wir folgten in der kleinen Stadt dem Freedom Trail. Dieser Weg weiste mit einer roten Linie auf dem Bürgersteig zu diversen Gebäuden der Unabhägigkeitsbewegung. Die Stationen des Pfades waren zwar über die Stadt verteilt, aber man brauchte nicht mal einen halben Tag um alles abzulaufen. Glücklichweise führte die Linie durch ganz Downtown, so dass man viel von Boston sah. Im Prinzip alles das, was noch wichtig und interresant war. Weil wir dann auch irgendwann vieles gesehen hatten (uns reichte es), setzten wir uns in das Burrito-Franchise Chipotle und skypten mithilfe des WLANs vom Starbucks gegenüber nach Deutschland.

Abends ging es dann in eine Cocktailbar. Nachdem wir uns nach langer Suche auf der Karte für Cocktails entschieden hatten, wurden wir (natürlich) nach unseren IDs gefragt. Hach, wie schmeichelhaft. Zumindest bis zu dem Punkt als sie unsere deutschen Führerscheine nicht gelten lassen wollten. Entweder American IDs oder Passports. Die deutschen Reisepässe passen schlecht in Geldbeutel, weswegen wir diese auch immer im Zimmer ließen und bisher auch keinerelei Probleme damit hatten. Bis dahin. Wir konnten uns zwar ausweisen aber scheinbar nicht genug – wir mussten die Bar verlassen. Etwas genervt machten wir uns auf den Weg zurück zum Hostel. Dabei fanden wir noch ein Restaurant mit Bar. Wir wollten es noch einmal riskieren. In dieser Bar wurde beim Bestellen erst gar nicht nach einer ID gefragt. Wie einfach! Neben den Cocktails bestellte ich mir noch einen Kuchen für 6 Dollar. Ich hatte Lust auf Zucker. In Erwartung an ein normales, hochpreißiges Stück Kuchen (ähnlich wie bei der Cheesecake Factory) wurde ich überrascht. Das Stück Kuchen war dann doch etwas größer als ich erwartete (weiteres Bild bei den Fotos):

Fertig, vom Stück Kuchen mehr als vom Alkohol, ging es dann spät zurück ins Hostel. Am nächsten Morgen ging es erstmal zum Auschecken und Abstellen unserer Gepäckstücke. Danach machte sich Lilly auf, dass Museum of Fine Arts zu besuchen. Da ich als genereller Kunstbanause (bei 20$ Eintritt im Besonderen) wenig Lust auf Museum hatte, vergnügte ich mich in der am Tag zuvor schon kurz besuchten Shoppingmeile Bostons, kaufte im hiesigen Apple Store preisgünstige Kopfhörer und setzt mich dann in den Buchladen Barnes & Noble, um das dortige WLAN zu nutzen. Dort verfasste ich unter anderem auch die erste Version dieses Berichts. Da ich zwischendurch immer wieder andere Sachen im Web machte, zog sich das Verfassen etwas hin. Als ich dann eine weit fortgeschrittene Version speichern wollte, bekam ich die Meldung „Session expired“ angezeigt. Großartig. Wie so oft bei solch einem Fall hatte ich den Text natürlich nicht gesichert. Danach verspührte ich auch wenig Lust, den Text gleich wieder von Neuem zu schreiben.

Als Lilly ihren Kulturbesuch beendet hatte, wurde noch ein bisschen durch die Shoppingzentren geschlendert und dann war es auch bereits Zeit zum Aufbrechen Richtung Busterminal. Unser Bus fuhr pünktlich und ohne größere Probleme nach Hartford, wo wir den nächsten Tag bei Laura entspannten, Koffer packten (Foto) und dann nachts in einer ungemütlichen Busfahrt zu dritt in die Hauptstadt der Staaten, Washington D.C., fuhren.

Fotos:

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